Schwäbisch Gmünd

Schwäbisch Gmünd ist eine Stadt im Osten Baden-Württembergs etwa 50 km östlich von Stuttgart. Sie ist nach der Kreisstadt Aalen die zweitgrößte Stadt des Ostalbkreises. Für die umliegenden Gemeinden bildet Schwäbisch Gmünd ein Mittelzentrum. Von 1805 bis 1934 hieß die Stadt amtlich Gmünd[1] – dies ist im örtlichen Sprachgebrauch weiterhin eine gängige Bezeichnung.

Seit 1. April 1956 ist Schwäbisch Gmünd Große Kreisstadt. Mit der Gemeinde Waldstetten hat die Stadt Schwäbisch Gmünd eine Verwaltungsgemeinschaft vereinbart. Bis zur Kreisreform zum 1. Januar 1973 war Schwäbisch Gmünd Kreisstadt eines eigenen Landkreises (Schwäbisch Gmünd; KFZ-Kennzeichen GD), zuvor Sitz des Oberamts Gmünd. Im selben Jahr wurde die Stadt Sitz des neu gegründeten Regionalverbandes Ostwürttemberg.

Geografie

Schwäbisch Gmünd liegt zwischen den Randhöhen des Welzheimer Waldes (Teil des Schwäbisch-Fränkischen Waldes) im Norden und des östlichen Vorlandes der Schwäbischen Alb im Süden in einer Talweitung der Rems sowie im Mündungsgebiet einiger Nebenbäche. Die Rems betritt von Böbingen kommend im Osten das Stadtgebiet, durchfließt dann in westlicher Richtung den Stadtteil Hussenhofen, anschließend die Kernstadt, um es dann im Westen in Richtung Lorch wieder zu verlassen >>mehr...
 

Regelmäßige Veranstaltungen

 

Das Festival Europäische Kirchenmusik findet seit 1989 jährlich im Juli und August in Schwäbisch Gmünd statt. Das Festival erreicht mit über 15.000 Besuchern pro Saison eine große Anziehungskraft. Die Programme umfassen ein musikalisches Repertoire vom Mittelalter bis zur Gegenwart. Neben internationalen Ensembles gastieren junge Nachwuchstalente. Dazu kommen Wettbewerbe für Komposition geistlicher Musik und Orgelimprovisation, Auftragskompositionen und Uraufführungen. Anlässlich dieses Festivals vergibt die Stadt Schwäbisch Gmünd seit 1999 jährlich den Preis der Europäischen Kirchenmusik an hochrangige Komponisten und Interpreten.

 

Jedes Jahr findet im Februar das „Internationale Guggentreffen“ (Guggenmusik) statt mit 20 Guggenkapellen und ungefähr 800 Musikern aus der Schweiz, dem Fürstentum Liechtenstein, England und Deutschland statt.

 

Symbolfigur der Stadt Schwäbisch Gmünd ?

Der Geiger zu Gmünd ist eine Ballade von Justinus Kerner. Der Biedermeier-Dichter Justinus Kerner (1786-1862), seit 1815 Oberamtsarzt in Gaildorf, entdeckte 1815 oder 1816 im Andreaskirchlein zu Schlechtbach bei Gschwend eine Darstellung der heiligen Kümmernis mit beigeschriebener Legende. Als sein Dichterfreund Ludwig Uhland im September 1816 Kerner in Gaildorf besuchte, wurde der "Geiger" im Gedankenaustausch der beiden Freunde auf einem Spaziergang am 3. September 1816 konzipiert. Der in der Kümmernislegende auftretende Goldschmied und der bekannte Sinn der Schwäbisch Gmünder für Lustbarkeiten (Stichwort "Gaudia mundi") bewogen Kerner, die Handlung in die nahegelegene Stadt an der Rems zu verlegen, in eine fiktive, nie existente Kapelle der heiligen Cäcilia, der Patronin der Musik. Auf mehrmaliges Mahnen Uhlands bearbeitete Kerner die Ballade im Oktober 1816 druckfertig; durch die Vermittlung seines Freundes konnte sie in Cottas "Morgenblatt für gebildete Stände" in Stuttgart am 9. Dezember 1816 erscheinen. Die Gestalt des armen Geigers, der durch seine Musik das Bild der heiligen Cäcilia in einer Gmünder Kapelle so sehr rührt, dass es ihm seinen goldenen Schuh zuwirft und der beim Vorzeigen der Gabe als Kirchendieb verdächtigt und alsbald zum Tode verurteilt wird, bis sich durch das neuerliche Eingreifen der Heiligen, die ihm auch ihren zweiten Schuh schenkt, seine Unschuld erweist - diese Gestalt weckt unzweifelhaft die Sehnsucht nach einer besseren Welt, in der statt Neid und Hass Frohsinn und Harmonie herrschen. Seit dem Ende des 19. Jahrhunderts wurde der Geiger zu einer Symbolfigur der Stadt Schwäbisch Gmünd. Nicht nur der Geigerbrunnen im Stadtgarten erinnert dort an das Gedicht. mehr...

 

 
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